Brückenschlag: Hilfe für Kinder krebskranker Eltern

Krebs. Eine schreckliche Diagnose, besonders wenn es Mama oder Papa trifft.
Allein in der Städteregion Aachen gibt es ca. 1000 Kinder und Jugendliche, bei denen ein Elternteil an Krebs erkrankt ist. Ihre Betreuung während dieser leidvollen Zeit und auch nach dem eventuellen Tod eines Elternteils ist deutschlandweit nur unzureichend geregelt.

Projekt Brueckenschlag
Eine Brücke als passender Ort der Scheckübergabe: Jessica Hugot (M.) und Bernhard Verholen (l.) vom Caritasverband Aachen freuten sich über die Zuwendung der Caritas-Gemeinschaftsstiftung für das Bistum Aachen, die Vorstandsmitglied Martin Novak (r.) überreichte.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Kinder kranker Eltern im weiteren Verlauf häufig unter Depressionen, klinischen Ängsten oder Suchterkrankungen leiden. Das Sozialsystem hält viele Unterstützungsmöglichkeiten vor, die aber weder alle bekannt noch zugänglich sind. Frühzeitige vernetzte Angebote, die von der medizinischen Versorgung ausgehend die Vernetzung zur Jugendhilfe nutzen. sind für Eltern und Kinder äußerst wichtig.

Seit mehr als zwei Jahren ist die Koordinationsstelle „Brückenschlag“ – ein Kooperationsprojekt der Caritas Aachen und des Krebszentrums der Uniklinik RWTH Aachen – ein Angebot für betroffene Eltern, sie und ihre Kinder in diesem Sinne zu begleiten, zu informieren und zu beraten.
Die Mitarbeiterinnen greifen genau dort ein, wo Hilfe benötigt wird. Sie organisieren bei Bedarf eine Haushaltshilfe, kümmern sich um die Kostenübernahme durch die Krankenkasse, stellen den Kontakt zur Jugendhilfe her, vernetzen Unterstützungsangebote und begleiten und unterstützen die Familie in der offenen Kommunikation mit den Kindern. Seit Beginn des Projektes haben sich 135 Familien mit 232 Kindern hilfesuchend an Brückenschlag gewandt.

Die Koordinationsstelle ist bis Ende 2017 angelegt und wird zu einem großen Anteil durch die Aktion Mensch gefördert. Für die Deckung der vollständigen Kosten sind die Organisatoren auf freiwillige Spenden angewiesen. Und so freuen sich die Träger über eine Zuwendung der Caritas-Gemeinschaftsstiftung für das Bistum Aachen in Höhe von 15.000 Euro.

Derzeit suchen die Verantwortlichen nach Lösungswegen, um sicher zu stellen, dass den betroffenen Familien auch nach Ende der Projektzeit zuverlässige und kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die Ergebnisse der Evaluation werden wichtiger Bestandteil für die weitere Ausrichtung des Aufgabenbereichs sein – nicht nur für die Planungen innerhalb der Städteregion Aachen, sondern auch deutschlandweit.

Text: Jessica Hugot   Foto: DiCV Aachen